40 Grad. Ende Juni. Ist das noch normal?
Ich bin Astrologe und kein Klimawissenschaftler. Aber wenn ich mir anschaue, was gerade am Himmel passiert, dann denke ich: Das ist kein Zufall, dass dieses Wetter ausgerechnet jetzt kommt.
Am 19. Juni ist Chiron in das fixe Erdzeichen Stier gewechselt, bleibt dort bis zum 18. September, geht dann rückläufig wieder in den Widder, und wandert nächsten April endgültig zurück in den Stier – wo er dann bis 2033 verbleibt.Während ich das hier schreibe, zeigt das Thermometer draußen Werte, die bis vor kurzem noch undenkbar waren für Ende Juni. Mehr als 40 Grad werden für Berlin gemeldet – und sollte das so kommen, wäre es ein Rekord für diesen Monat.
40 Grad. Ende Juni. Ist das noch normal?
Während ich das hier schreibe, zeigt das Thermometer draußen Werte, die bis vor kurzem noch undenkbar waren für Ende Juni. Mehr als 40 Grad werden für Teile Deutschlands gemeldet – und sollte das so kommen, wäre es ein Rekord für diesen Monat. Der bislang heißeste Juni-Tag in Mitteldeutschland brachte es auf 39,6 Grad.
Nun könnte man sagen: ein Ausreißer, eine Wetterlaune. Aber die Daten des Deutschen Wetterdienstes zeigen etwas anderes. In den 1950er bis 1980er Jahren gab es im Schnitt vier bis fünf sogenannte „heiße Tage“ pro Jahr – also Tage mit mindestens 30 Grad. Im letzten Jahrzehnt waren es im Schnitt zwölf. Eine Verdreifachung. Kein statistisches Rauschen. Ein Trend.
Ich bin Astrologe und kein Klimawissenschaftler. Aber wenn ich mir anschaue, was gerade am Himmel passiert, dann denke ich: Das ist kein Zufall, dass dieses Wetter ausgerechnet jetzt kommt.
Am 19. Juni ist Chiron in den Stier gewechselt.
Und das ist nicht das erste Mal. Chiron war schon drei Mal im Stier – und jedes Mal war das Verhältnis der Menschheit zur Erde, zu Ressourcen und zu den Grenzen des Planeten ein zentrales Thema. Nicht als Metapher. Sondern ganz buchstäblich.
1876 bis 1884. Der El Niño von 1877/78 gilt bis heute als der stärkste jemals verzeichnete. Gleichzeitige Dürren in Indien, China, Brasilien und Afrika lösten eine globale Hungersnot aus, der über 50 Millionen Menschen zum Opfer fielen – rund drei bis vier Prozent der damaligen Weltbevölkerung. Zur gleichen Zeit: in Nordamerika ein Winter ohne Frost. Die Extreme lagen dicht beieinander.
1926 bis 1934. 1927 erlebten die USA die verheerendste Flutkatastrophe ihrer Geschichte: Der Mississippi überflutete 26.000 Quadratmeilen, eine Million Menschen wurden obdachlos. Gleichzeitig auf der anderen Seite der Welt die chinesische Dürre von 1928 bis 1930 – von Historikern als „die verheerendste Katastrophe des 20. Jahrhunderts in China“ bezeichnet, mit bis zu zehn Millionen Toten. Und dann der Dust Bowl: Stürme vernichteten den Mutterboden des amerikanischen Mittleren Westens so gründlich, dass der Staub bis nach Chicago flog und dort wie Schnee vom Himmel fiel.
1976 bis 1984. Großbritannien erlebte 1976 eine Dürre, die seit 500 Jahren nicht mehr vorgekommen war – 15 aufeinanderfolgende Tage mit mindestens 32 Grad, Waldbrände, Ernteausfälle in Millionenhöhe, am Ende ein eigens verabschiedetes Notstandsgesetz und einen „Minister für Dürre“. Im Juli 1977 wurde in Athen mit 48 Grad ein europäischer Temperaturrekord gemessen. Der Hitzesommer 1980 in den USA kostete schätzungsweise 10.000 Menschen das Leben.
Das Muster ist jedes Mal dasselbe: extreme Gleichzeitigkeit. Hier Überfluss, dort Dürre. Hier Kälte, dort Hitze. Hier Wachstum, dort Zusammenbruch. Als würde die Erde unter dem Druck dessen, was die Menschen ihr abverlangen, aus den Fugen geraten.
Und jetzt: 40 Grad im Juni in Deutschland. KI-Rechenzentren, die mehr Strom verbrauchen als manche Länder. Eine Gesellschaft, die immer noch zwischen „Das war schon immer so“ und „Das ist die neue Realität“ schwankt.wölf.
Chiron ist kein Planet
Chiron ist kein Planet, sondern ein Asteroid – genauer gesagt gehört er zur Gruppe der sogenannten Kentauren. Er wurde erst 1977 entdeckt, also noch gar nicht so lange her. Und er braucht ungefähr 50 Jahre, um einmal durch den gesamten Tierkreis zu wandern. Genau das ist der Grund, warum die sogenannte Chiron-Wiederkehr – also wenn Chiron mit etwa 50 Jahren wieder auf seinen Geburtsplatz zurückkommt – so oft eine echte Zäsur im Leben darstellt.
Chiron steht im Sonnensystem genau zwischen Saturn und Uranus. Und das bildet seine duale Natur ganz treffend ab. Saturn steht für Begrenzung, für das Körperliche, für Struktur. Uranus steht für Ausbruch, für das Mentale, für das Andersdenken. Chiron ist beides – und keins von beidem vollständig.
Wenn mich jemand fragt, was Chiron im Horoskop bedeutet, sage ich es so: Chiron ist eine tiefe Wunde, die wir nicht heilen können. Diese Wunde schließt sich leider nie. Aber – und das ist das Entscheidende – durch genau diese Wunde entsteht die latente Fähigkeit, andere Menschen zu heilen.
Ich erkläre mir das immer über das Bild vom Wundenlecken. Wir sind am nahbarsten, wenn wir unsere Wunden zeigen. Und wenn ein anderer Mensch sagt: ja, das kenne ich, das klingt mir bekannt – dann passiert etwas. Echte Nähe entsteht. Echte Intimität. Deshalb arbeite ich mit Chiron im Horoskop immer auch als Schlüssel zu Intimität: dort, wo Chiron steht, haben wir die größte Chance, mit anderen Menschen wirklich in Kontakt zu kommen.
Chiron kann sich nicht selbst heilen. Der Weg geht stattdessen über Akzeptanz: die eigenen Wunden annehmen, die Grenzen begreifen, den Schmerz nicht wegzumachen versuchen, sondern damit umzugehen. Das ist eine Fähigkeit, die sehr viel Reife erfordert.
Der Mythos
Chiron ist der Sohn des Gottes Kronos, der sich in einen Hengst verwandelt hatte, um sich einer Nymphe zu nähern. Als sie Chiron gebiert – ein Zwitterwesen, halb Pferd, halb Mensch – erschrickt sie sich, schämt sich und verwandelt sich in eine Birke. Sein Vater will auch nichts mit ihm zu tun haben. Die erste Wunde ist also die Ablehnung durch die Eltern. Scham. Verlassenwerden.
Gott sei Dank nimmt Apollo ihn auf und zieht ihn zu einem bemerkenswerten Wesen heran: empathisch, bewandert in Medizin und allen möglichen Künsten, immer um Ausgleich bemüht, immer versuchend, seine göttliche, menschliche und animalische Seite in Einklang zu bringen.
Dann kommt die zweite Wunde: Bei einem Kampf zwischen Herakles und anderen Kentauren wirft sich Chiron dazwischen – er will vermitteln, Frieden stiften. Herakles schießt aus Versehen einen vergifteten Pfeil ab, der in Chirons Wade stecken bleibt. Diese Wunde schmerzt so sehr und so dauerhaft, dass Chiron irgendwann um Erlösung bittet. Herakles erwirkt bei Zeus, dass Chiron seine Unsterblichkeit abgeben darf. Und als Anerkennung wird Chiron als Sternbild an den Himmel gesetzt.
Was nehme ich aus diesem Mythos mit? Chiron war vor der Verwundung bereits ein Heiler. Aber durch die Wunde weiß er, wie Schmerz sich anfühlt. Und genau das macht ihn nahbar. Wir sind am nächsten bei anderen Menschen, wenn wir unsere Wunden zeigen. Wenn jemand sagt: ja, das kenne ich. Wenn man nicht mehr tapfer sein muss, sondern einfach ehrlich. Trost suchen, Nähe zulassen, sich anvertrauen – das ist keine Schwäche, das ist eine Stärke. Denn wir sind mehr als unsere Verwundungen. Wir können an ihnen wachsen und Demut empfinden – das ist der eigentliche Lernprozess von Chiron.
Chiron im Stier
Stier hat mit dem Körper zu tun, mit den Sinnen, mit Essen und Ernährung, mit Werten, mit Besitz und Ressourcen, mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, Erdung und Beständigkeit. Und natürlich mit Geld und materiellen Werten – aber das ist nur ein Teil des Bildes.
Chiron bleibt jetzt bis zum 18. September im Stier, geht dann rückläufig kurz in den Widder zurück, und wandert nächsten April endgültig in den Stier – wo er dann bis 2033 verbleibt.
Auf kollektiver Ebene ist die Wunde nicht schwer zu benennen: Wir wissen seit Jahrzehnten, dass wir mit der Erde auf eine Art umgehen, die nicht aufrechtzuerhalten ist. Und trotzdem machen wir weiter. Das ist eine Wunde. Keine, die man wegdiskutieren kann.
Aber Chiron bringt immer auch das Gegenteil mit: die Fähigkeit zur Heilung durch die Wunde. Wer weiß, wie es sich anfühlt zu wenig zu haben, behandelt Ressourcen anders. Wer einmal wirklich an seine körperlichen Grenzen gestoßen ist, weiß, was zählt.
Chiron im Stier lädt ein zu fragen: Was brauche ich wirklich? Was verbrauche ich, ohne es zu merken? Was gibt mir echte Sicherheit – und was ist nur Besitz, den ich angehäuft habe, weil ich Angst vor dem Mangel habe?
Und dann ist da noch die persönliche, körperliche Ebene: Wie gehe ich mit meinem eigenen Körper um? Wie ernähre ich mich, und warum? Tröste ich mich mit Essen, oder nähre ich mich? Wie sehr ist mein Selbstwert an Äußerlichkeiten geknüpft?
Allergien nehmen zu. Unverträglichkeiten nehmen zu. Das Bewusstsein dafür, was wir unserem Körper antun und was er wirklich braucht, verändert sich gerade. Es gibt einen Satz, den ich immer wieder sage: Sich zu vergleichen ist die sicherste Garantie, unglücklich zu sein. Und doch tun wir es dauernd.
Die tiefere Frage von Chiron im Stier ist: Wer bin ich, wenn das Konto leer ist? Wer bin ich, wenn der Körper streikt? Wer bin ich, wenn ich nicht mehr so kann wie früher?
Für alle zwölf Tierkreiszeichen
Chiron steht gerade auf 0° Stier. Wer auf den ersten Graden eines Tierkreiszeichens geboren wurde – oder dort Aszendent, Mond, Venus oder andere Planeten hat – spürt das gerade besonders direkt.
Widder
Wenn du ein später Widder bist, hast du Chiron ohnehin das letzte Jahr lang direkt auf deiner Sonne gehabt und kannst jetzt aufatmen. Wenn du ein früher Widder bist, bildet Chiron im Stier ein sogenanntes Halbsextil – ein 30-Grad-Winkel, der etwas schief ist, ein bisschen unbewusst arbeitet, leicht irritiert.
Widder braucht Freiheit, Tempo, das Gefühl unverwundbar zu sein. Immer der Erste, immer vorwärts, keine Pause. Und jetzt kommt von Chiron im Stier etwas, das bremst. Zu wenig Geld vielleicht, oder körperliche Einschränkungen, oder einfach Bedürfnisse, die sich in den Weg stellen. Das kann viel Frust auslösen – Widder ist ungeduldig, Stier ist langsam.
Das Heilungspotenzial liegt hier darin, anderen ein Vorbild zu sein – nicht durch Schnelligkeit, sondern durch die Lernerfahrung: Ich muss nicht immer der Erste sein. Ich kann auch später. Das ist eine andere Art von Erfolg. Widder-Menschen sind oft viel sensibler als sie zeigen. Etwas ruhiger, etwas geduldiger. Das ist die Aufgabe.
Stier
Das gilt für alle frühen Stiere – ich selbst habe am 20. April Geburtstag und bin gespannt, wie mir das geschieht mit Chiron auf meiner Sonne.
Für frühe Stiere intensiviert sich das Stierthema gerade doppelt. Was esse ich, warum esse ich es, wie viel Lust bereitet es mir? Tröste ich mich mit Essen, oder nähre ich mich? Stier hat viel mit Besitzen und Festhalten zu tun. Habe ich Angst, dass mir etwas weggenommen wird? Muss ich horten, sparen? Oder darf ich auch ausgeben, genießen, mir etwas gönnen – ohne schlechtes Gewissen?
Und wie ist das mit dem Körper? Das iPhone zeigt mir manchmal Fotos von vor zehn Jahren – und ich denke: Damals fand ich mich grauenhaft. Heute denke ich: Das sah eigentlich ganz gut aus. Diese selbstabwertenden Impulse zu bemerken und ein bisschen abzuschmelzen – nicht in Richtung „Ich bin der Schönste“, sondern in Richtung Demut und Selbstakzeptanz – das ist die Aufgabe.
Zwillinge
Frühe Zwillinge haben ebenfalls diesen 30-Grad-Winkel, dieses unterschwellige Unbehagen.
Die Zwillinge-Wunde hat viel damit zu tun, dass man in Ambivalenz feststeckt, sich nicht festlegen kann, aus einer kritischen Haltung nicht herauskommt. Man ist neugierig, aber nie richtig zufrieden. Rastlos. Jetzt bringt Chiron im Stier materielle oder körperliche Einschränkungen – auf einmal verträgt man bestimmte Sachen nicht mehr, der Körper macht nicht mehr so mit. Das macht grummelig.
Die Chance liegt darin, genau das zu tun, was Zwillinge gut können: reden, fragen, sich austauschen. Nicht vergleichen im Sinne von „wer hat’s besser“, sondern im Sinne von „ach, dir geht’s ähnlich – wie gehst du damit um?“ Das beruhigt.
Krebs
Krebs und Stier bilden ein natürliches Sextil – beide magnetische Zeichen, ein günstiger Aspekt. Für frühe Krebse bedeutet das, dass jetzt tatsächlich Heilung möglich ist – in beide Richtungen.
Krebs ist von Natur aus fürsorglich und gleichzeitig kindlich bedürftig. Und genau diese Doppelheit ist jetzt unterstützt: Du kannst deine Wunden lecken lassen – und du kannst die Wunden anderer lecken. Vielleicht ist das auch eine Zeit, um zu regredieren, das innere Kind zu spüren, Dinge aus der Herkunftsfamilie anzuschauen, die noch nicht aufgelöst sind. Man kann sich nicht selbst heilen – das ist der Witz von Chiron – aber man kann geheilt werden, wenn man sich zeigt.
Löwe
Löwe und Stier stehen in einem Quadrat – 90 Grad, Spannung, Reibung. Für frühe Löwen bedeutet das: Es wird reibungsvoller.
Löwen brauchen das Materielle, um aus dem Vollen schöpfen zu können. Und wie Widder gehört zur Löwen-Energie die Überzeugung, nicht wirklich verletzlich zu sein. Chiron im Stier reibt jetzt genau daran. Körperliche Grenzen tauchen auf. Dinge, die man nicht mehr kann. Das klassische Löwen-Mantra: „Womit habe ich das verdient? Ich bin doch eigentlich toll.“ Verletzliche Menschen sind attraktiver, weil sie authentischer sind – aber das ist für Löwen manchmal eine harte Nuss. Bewunderung wird sehr leicht mit Liebe verwechselt. Bewunderung ist an Bedingungen geknüpft. Liebe nicht.
Jungfrau
Jungfrau bildet ein Trigon zu Stier – 120 Grad, einer der günstigsten Aspekte. Mein eigener Aszendent liegt auf drei Grad Jungfrau, also drückt mir die Daumen.
Die Jungfrau-Wunde hat immer damit zu tun, dass die Welt unvollkommen und chaotisch ist – und dass man dauernd versucht, das zu korrigieren. Noch mehr arbeiten, noch mehr Kontrolle. Das brennt aus. Jetzt kann Chiron im Stier durch dieses begünstigende Trigon etwas Entschleunigung bringen. Das Mantra, das ich Jungfrau-Menschen immer mitgebe: Es ist gut genug. Perfektion gibt es nirgends in der Natur. Wenn zwei, drei Punkte von der Liste gestrichen sind – das ist schon viel.
Waage
Waage und Stier stehen in einem Quinkungswinkel – 150 Grad, etwas schief, unterschwellig. Für frühe Waagen ein leises Unbehagen, das sich nicht ganz benennen lässt.
Waage ist das Zeichen der Diplomatie, des Ausgleichens. Das macht Freude – Streit schlichten, Harmonie herstellen. Und jetzt schiebt Chiron im Stier materielle oder körperliche Themen in den Vordergrund. Ärger mit der Bank, eine Sehnenscheidenentzündung, die den Alltag einschränkt. Das klingt banal – aber wenn man einen Finger gebrochen hat, kann man nicht mehr unbeschwert durch die Welt laufen. Und für Waage, die Bewegungsfreiheit braucht, ist das frustrierend. Die Herausforderung: über unangenehme Dinge reden. Geld, Körper, Einschränkungen. Das kommt jetzt aufs Tapet.
Skorpion
Skorpion und Stier stehen sich direkt gegenüber – Opposition, 180 Grad. Für frühe Skorpione ist das direkt spürbar.
Stier hält fest. Skorpion lässt los und wandelt. Und Skorpion ist eigentlich besser gewappnet für Schwierigkeiten – man rechnet ohnehin damit. Aber jetzt bringt Chiron im Stier körperlich-materielle Restriktionen, die nerven. Man wird schlecht gelaunt, vielleicht sehr unglücklich. Die Vergänglichkeit des Lebens wird plötzlich sehr konkret.
Die Chance: was Skorpion ohnehin gut kann – anderen eine Art Lebensphilosophie vermitteln. Du kannst es nicht ändern, aber du kannst es aushalten. Und gleichzeitig – und das ist die eigentliche Aufgabe – anderen vertrauen. Sich anvertrauen, Hilfe suchen, Trost holen. Das fällt Skorpion-betonten Menschen oft schwer. Aber vielleicht ist das gerade die wichtigste Gelegenheit.
Schütze
Schütze hat wie Waage diesen Quinkungswinkel – unterschwellig bremsend. Für frühe Schützen: Einschränkungen, wo man keine will.
Schütze braucht Visionen, Pläne, Horizonte, Freiheit zu reisen. Das Leben soll aufregend sein. Und jetzt kommen körperliche oder materielle Dinge und bremsen das. Kein Geld zum Reisen, ein gebrochenes Bein, ein Familienangehöriger, der Hilfe braucht. Oder man wird damit konfrontiert, wie banal und anstrengend der Alltag sein kann. Die Neigung ist, zu überkompensieren: eine Fernsehserie nach der anderen, Ablenkung, Flucht. Verständlich. Aber manchmal ist es eine echte Überraschung zu merken, dass man auch durchhalten kann. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
Steinbock
Steinbock bildet wie Jungfrau ein Trigon zu Stier – ein günstiger Aspekt. Für frühe Steinböcke kann das jetzt eine besondere Möglichkeit sein.
Steinbock ist ohnehin geübt im Aushalten, Verzichten, Verantwortung übernehmen. Und jetzt könnte Chiron im Stier den Raum öffnen für etwas, das Steinböcke selten tun: auf sich selbst stolz zu sein. Wie tapfer man ohnehin schon ist. Wie viel man schon geschafft hat. Gleichzeitig: mal vom Berg herunterkommen, zurückschauen – und kleinere Brötchen backen. Das, was man mit wenig tun kann, ist viel wert. Und für andere da zu sein ist jetzt ein gutes Zeitfenster. Aber dann, das ist die eigentliche Schwierigkeit: merken, wenn man sich übernommen hat. Auf den eigenen Körper hören.
Wassermann
Wassermann und Stier sind ebenfalls zwei fixe Zeichen – wieder ein Quadrat. Für frühe Wassermänner: Spannung und Reibung in Bereichen, die man am liebsten ignoriert.
Wassermann ist ein geistiges Zeichen. Freundschaft, Philosophie, Gruppen, Ideen, Abstand. Nicht: Was ist mit meinem Cholesterinwert? Wann war ich zuletzt beim Arzt? Was ist mit der Rente? Solche Sachen sind für Wassermann-betonte Menschen eine Art Zumutung. Aber genau das bringt Chiron im Stier jetzt auf den Tisch. Vom Kopf in den Körper kommen. Sich durchchecken lassen. Sich Hilfe holen. Auf der anderen Seite kann Wassermann gerade für andere wertvoll sein – mit dem Blick von außen, dem Abstand: „Das wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird.“
Fische
Fische und Stier stehen im Sextil – 60 Grad, ein günstiger Aspekt. Für frühe Fische kann das jetzt etwas Erdung und Trost bringen.
Die Fische-Wunde hat immer mit Verlustangst zu tun, mit der Angst vor dem Alleinsein, mit der Angst, sich zu verlieren. Chiron im Stier kann jetzt durch sinnliche Erfahrungen Erdung bringen. Sport – nicht unbedingt Zirkeltraining, vielleicht Tai Chi oder Yoga – und dann merken: Ich habe ja auch einen Körper. Der Körper zeigt mir, wann ich müde bin, wann ich Lust empfinde, wann ich Grenzen brauche. Fische haben die vielleicht größte Kapazität für Mitgefühl im ganzen Tierkreis – aber auch die größte Anfälligkeit dafür, ausgenutzt zu werden. Mitgefühl einholen und geben, aber nicht wahllos. Das ist das Wichtigste.


