DAV-Kongress 2019

Der diesjährige Kongress des Deutschen Astrologen-Verbands steht unter dem spannenden Motto: Money Makes The World Go Round.

Ich habe die Ehre, am Sonntag den Abschluss-Vortrag zu halten, worauf ich mich schon sehr freue. 

Das Thema lautet: Schuld und Befreiung – Abgerechnet wird zum Schluss

Ich werde einen Bogen ziehen von der hellenistischen Bedeutung des 8.Hauses, dem Abstieg in die Unterwelt, über die psychologische Bedeutung von Geld in der Paarberatung, über Fallbeispiele interessanter Persönlichkeiten. Der DAV-Kongress 2019 wird ganz bestimmt super inspirierend werden!

Das Haus des Ungleichgewichts

Auf dem DAV-Kongress 2019 beschäftige ich mich in meinem Vortrag mit dem 8.Haus. Im 8.Haus herrscht immer ein potenzielles Ungleichgewicht. Es hat nicht nur mit den gemeinsamen Werten und denen der Anderen zu tun, sondern auch mit Erbschaften, Schulden, Steuern und Verbindlichkeiten. Diese Werte sind gebunden an andere Personen, mit denen wir in Berührung kommen. Hierbei vollzieht sich ein Austausch an Werten, sprich: Energie. Wir geben und nehmen voneinander, egal ob freiwillig oder unfreiwillig, bewusst oder unbewusst. Und letztendlich geht es immer um die Frage: Wie groß ist das Ungleichgewicht? Wer ist wem verpflichtet?

Die Redensart ‚Man muss im Leben immer Lehrgeld zahlen‘ beschreibt perfekt das Gesetz des 8.Hauses. Alles im Leben muss bezahlt werden. Und zwar sowohl im wörtlichen, als auch im übertragenen Sinne. Karmisch gesehen hat jede Handlung, jeder Gedanke, jedes Gefühl eine Auswirkung. Im Buch des Lebens mit seinem ewigen Kreislauf von Tod und Wiedergeburt geht nichts verloren.

Der Dämon

Anschaulich dafür, dass Geld sowohl angebetet als auch verteufelt wird, finden wir im Ausdruck ’schnöder Mammon‘. Das Wort wird abgeleitet von ‚Mamona‘, dem Aramäischen für ‚Vermögen oder Besitz‘ oder von ‚Aman‘ = ‚Das, worauf man sich verlässt.‘  In der Sage nimmt Mammon die Gestalt eines Dämons an, der uns Menschen zu Habgier und Geiz verführt, eine der sieben Todsünden.  Im ‚Verlorenen Paradies‘ von  Milton (1667) kommt die Gestalt des Mammon als einer der gefallenen Engel vor. Diese begehrt, zusammen mit Satan, gegen Gott auf. Über das Geld kann man also in die Tiefe und den Abgrund stürzen. Entweder über Gier und Skrupellosigkeit, die einen machthungrig und grausam machen oder aus Verzweiflung. Z.B. wenn Schulden und Armut Menschen dazu zwingen, sich zu verkaufen oder sich sogar das Leben zu nehmen. Auf dem DAV-Kongress 2019 werde ich versuchen, diese faszinierende Dynamik zu beleuchten. 

 Geben und Nehmen

Beziehungen leben davon, dass der Energieaustausch immer in Bewegung bleibt. Dies geschieht nach den Gesetzen des gegenseitigen Gebens und Nehmens. Diese Gesetze lebt jeder auf seine eigene Art und Weise aus. Nun kann es im Falle eines prägnant gestellten 8.Hauses aber zu extremen Ungleichgewichten kommen. Entweder finden wir uns in Umständen wieder, die uns entkräften. Oder wir sind umgeben von Menschen, die immer nur von uns nehmen. In diesem Fall haben wir aber selber nicht mehr genug. Wir laufen leer laufen und fühlen uns schwach und erschöpft. Oder wir sind selber übermäßig hungrig, bedürftig und fordernd, so dass wir ganz viel von Anderen nehmen. Hierbei muss es sich nicht nur um Materielles handeln, sondern kann genauso gut die Form von Aufmerksamkeit, Zuwendung, Mitgefühl, Anerkennung, Nähe annehmen. Auch Gefälligkeiten, Hilfeleistungen oder sogar Sex können im 8.Haus übertrieben eingefordert werden. In beiden Extremen wird ein Ungleichgewicht geschaffen. Als ‚Geber‘ merken wir vielleicht nicht, wann wir zu viel geben und uns aussaugen lassen.

Ausgebrannt

Ein typisches Phänomen hierfür ist der ‚Burnout‘, man ist also ausgebrannt, weil Job oder Lebensumstände einen zu hohen Tribut gefordert haben. Vielleicht ist unser Drang, zu helfen, viel zu arbeiten und zu geben auch von einem schlechten Gewissen oder einem Gefühl der Verpflichtung motiviert. Oder wir glauben, sonst nicht liebenswert zu sein. Wenn wir andererseits ‚Empfänger‘ sind, merken wir vielleicht nicht, dass wir andere aussaugen und vergessen, uns zu vergewissern, ob der Andere nicht im Gegenzug etwas von uns braucht. Vielleicht glauben wir unbewusst, dass uns etwas zusteht, weil wir zu wenig davon haben. Wir müssen hierbei nicht unbedingt mutwillig und bewusst saugend und gierig sein, wahrscheinlich geschieht es unbewusst. Womöglich haben wir in der Kindheit an einem Mangel gelitten und glauben nun, dass das Leben uns Wiedergutmachung schuldet.

Extreme Anhäufungen von Soll oder Haben auf dem Konto unseres 8.Hauses können uns in Krisen bringen. Irgendwann im Leben rächt sich ein extremes Ungleichgewicht und fordert Tribut. So können ein dauerndes Missverhältnis, eine nicht ausgeglichene Schuld oder Verbindlichkeit eine Beziehung vergiften. Groll und Enttäuschung überschatten dann alles Liebenswerte und Positive, das man sonst so an dieser Person schätzte.