Das Universalgenie Leonardo DaVinci (1452 – 1519) war seiner Zeit weit voraus. Vielseitig begabt, sinnlich und neugierig, ließ er sich in keine Schublade stecken. Auch heute noch gibt sein Leben Rätsel auf. Die Radix des homosexuellen Freigeists weist plutonisch getönte Stiernoten, sowie prägnante Neptun- und Uranus-Stempel auf, die seine komplexe Beziehung zum Zeitgeist beeinflussten.

Leonardo Da Vinci hat seine Zeitgenossen mit seinen Ideen und Konstruktionen provoziert und fasziniert, seine farbenfrohen Gewänder waren – selbst für die Renaissance – sehr opulent; eine Figur, die auffallen wollte und der Anpassung ein Gräuel war. Unehelich geboren, konnte sein Vater dem Jungen keine klassische Schulbildung bezahlen, was DaVinci lebenslang überkompensierte.  Die sinnliche Stier-Sonne (Vaterfigur, Ego) im Haus der Kreativität und Selbstdarstellung (5) weist ein Pluto-Quadrat aus Haus 8, dem Lebensbereich der Krisen und Selbstüberwindung auf, eine Stellung, die Grenzen und Machtlosigkeit zu überwinden sucht. Eines seiner prägnantesten Markenzeichen war, dass er alles hinterfragte; vom Lauf des Wassers, über die Funktionsweise des menschlichen Körpers bis hin zur Möglichkeit, fliegen zu können. Seine Gemälde sind berühmt, aber viel lieber zeichnete er, es sind über 6000 dieser fein straffierten Zeichnungen erhalten. Er erschliesst sich die sinnliche Welt (Stier) durch Beobachtung. Schon früh findet der lebensfrohe und aufgeweckte Junge seine Liebe zur Kunst und lässt sich in Florenz ausbilden. Venus steht ebenfalls im Stier, ihrem Domizil, im fleissigen 6.Haus, dem Alltag, Dienen und Gesundheit/Krankheit zugewiesen sind. Es fällt ausserdem eine starke Fische-/Neptun-Betonung auf, phantasievoll und schöpferisch. Mond in Fische zeigt den Wunsch nach Verschmelzung und Nähe an, mit Jupiter in Konjunktion (dem klassischen Fische-Herrscher) wird diese Sehnsucht noch verstärkt und bekommt eine schwärmerische Note. In Haus 3 aktiviert das Paar Neugier und den ausgesprochenen Wunsch nach Abwechslung und Vielseitigkeit. Durch das Sextil zur Sonne wird ferner gewährleistet, dass neue Ideen nur so sprudeln. Neptun auf dem Jungfrau-MC zeigt an, dass DaVinci in seiner Berufung aufgehen kann und hier keinerlei Grenzen kennt, eine lustvoll ausgelebte Sinnlichkeit (Venus-Neptun-Trigon). Seine opulenten Bühenbilder für den französischen König Francois I. nehmen die Höflinge ironisch-verspielt auf die Schippe, in dem er ihnen phantastische Kostüme entwirft, die sich an Bestien und wilde Tieren orientieren. 

 

Wie ein futuristischer Star-Wars-Krieger

Am Hofe Ludovico Sforza’s in Mailand preist er seine übermenschlichen Fähigkeiten an und möchte viel lieber als Kriegsingenieur denn als Maler arbeiten. Mit seinen phantastischen Erfindungen griff er weit in die Zukunft mit seinen Flugzeugen, Druckerpressen, visionäre Stadtentwürfe. Seine Erfindungswut war legendär, allerdings wurde keine seiner Ideen zu seinen Lebzeiten gebaut. Funktionstüchtig waren seine Erfindungen ohnehin nicht, wie man heute weiß. Sein Saturn in Waage steht in Opposition zu Merkur im Pionierzeichen Widder. Saturn steht zu Uranus im Quadrat, was den Konflikt zwischen genialer Idee (Uranus) und pragmatischer Umsetzbarkeit (Saturn) versinnbildlicht.