Astrologie-Blog: Salvador Dalí

Salvador Dalí: Surrealistische Stier-Sinnlichkeit

* 11.5.1904, 8:45h, Figueras, Spanien

Salvador Dalí

Interessante Horoskopfaktoren:

  • Wenig Luft, Mangel an veränderlicher Qualität
  • Krebs-Aszendent Quadrat Jupiter, Herrscher Mond am Widder-MC stark verletzt, bildet Spitze T-Quadrat Mond/Uranus (6)/Neptun (12)
  • 4 Planeten in Stier: Sonne in 11, Konjunktion Mars/ Merkur Quadrat Saturn aus 8
  • Venus und Jupiter harmonisch in 10

Die Bilder von Salvador Dalí haben sich unwiderruflich im kollektiven Unbewussten festgesetzt. Der Meister hatte sich erfolgreich vermarktet. Denkt man die genial eingesetzte skurrile Bildsprache, so überzieht einen ein leichter Schauer. Salvador Dalí war ein Exzentriker und Exhibitionist. Er verstörte seine Zeitgenossen. Gleichzeitig faszinierte dieser durch seine Kunst und den enormen finaziellen Erfolg erzielte. In der Kunstwelt ist dieser merkwürdige Mann mit den großen, „treuherzig-fanatischen“ Augen (Sigmund Freud) und dem edlen Gesichtsschnitt nach wie vor umstritten.

Salvador Dalí und Psychoanalyse

 Man findet in seiner Radix viele Entsprechungen zur Grundidee der damals neu aufkommenden Strömung der Psychoanalyse und der damit verknüpften Stilrichtung des Surrealismus.

Vor dem Hintergrund der immer wiederkehrenden katalanischen Felsenstrandkulissen seiner Kindheit werden zerlaufende Nahrungsmittel, blutende Eier, Krücken, Ameisen, Totenschädel, Uhren, Brüste dargestellt. Essen, Saugen, aber auch Penetrieren, Sezieren, Verwesen, Halluzinieren sind allgegenwärtige Themen bei Dalí. Wir sehen in die Träume und Phantasien eines sehr begabten, sehr exzentrischen, sehr besonderen Menschen. Wir sehen seine ‚pervertierte‘ Stier-Sinnlichkeit, seine unterdrückten Affekte, Ängste und Sehnsüchte.

Gleich vier Planeten im Stier:

Sonne, Mars, Merkur in Konjunktion in 11 und Venus in 10. Dies weist auf einen sehr sinnlichen Menschen hin. Fühlen, Sehen, Schmecken, Riechen sind typische Stierthemen und haben für Dalí stets eine sehr große Rolle gespielt. Da es sowohl spannungsreiche als auch harmonische Aspekte seine Stierplaneten gibt, haben seine sinnlichen Erinnerungen an die Kindheit sowohl quälende als auch lustvolle Komponenten.

Der Aszendenten-Herrscher Mond steht eng am MC in Widder und bildet die Spitze eines T-Quadrates mit Uranus aus 6 und Neptun aus 12.

Neptun in 12 kann große künstlerische Begabung und einen enormen inneren Bilderreichtum anzeigen. Die Opposition zu Uranus birgt die Gefahr, „sich im Chaos unbewusster Sehnsüchte zu verlieren“. (Banzaf) Das Quadrat zum Widdermond löst Sehnsüchte nach Verschmelzung und Erlösung aus, der Widdermond am MC möchte gleichzeitig aber seinen Willen durchsetzen und es ‚der Welt beweisen‘. Durch das Quadrat mit Uranus aus 6 ist es zusätzlich wichtig, sich um jeden Preis als Individuum fühlen zu müssen, einzigartig zu sein. Saturn in 8 kann eine schwierige Stellung sein (Erotische Zwangsvorstellungen, schmerzhafte Krisen-Metamorphosen), hier zusätzlich noch im Quadrat zur Sonne/Mars/Merkur-Konjunktion.

Das geniale Kind

Seine Eltern nennen ihn Salvador nach seinen, 3 Jahre vor seiner Geburt verstorbenen Bruder. Er fühlt die morbide Allgegenwart dieses toten Bruders und entwickelt den Drang, der Welt zu beweisen, dass er ‚das Original‘ sei. (Mond Quadrat Uranus) Der Vater ist streng, die Mutter verhätschelt ihn, jedoch nach der Geburt seiner jüngeren Schwester ist er nicht mehr der Kronprinz, zieht sich schmollend in die Dachkammer zurück, wo er seine Größenphantasien auslebt, in tranceähnliche Tagesträume verfällt und zu malen anfängt. Die Familie lässt ihn gewähren.

Er besteht darauf, sich an sein vorgeburtliches Leben im Mutterleib „als wäre es gestern gewesen“ erinnern zu können, die „Grundhalluzination“ eines „Paradieses von der Farbe einer weichen, warmen und unbeweglichen Hölle, wie zwei in der Pfanne brutzelnden Eier, allerdings ohne Pfanne.“

Eier sind ein beliebtes Motiv und können wegen der Dualität seiner harten Schale und des weichen Inneren als vorgeburtliches Symbol des intra-uterinen Universums gedeutet werden. Sie sind ein typisches Krebs-Symbol.

Dalí benutzte verschiedene Symbole. Die berühmten schmelzenden Uhren stehen für die Allgegenwart der Zeit, die als metaphysisches Bild, sich selbst und alles andere verschlingt.

Ameisen sind Schlüssel zu Tod und Verfall und sollen überwältigende sexuelle Wünsche ausdrücken. Heuschrecken sind ein Symbol für Zerstörung und Angst. Übergroß und furchteinflößend wirken sie – alles zerfressend – überaus einschüchternd.

Pluto in 12 ist sozusagen die Paradestellung für Psychoanalyse: Das eigene Unbewusste, seine Träume und verdrängten Anteile ergründen und daraus Wandel und Wachstum erziehen. Den Surrealisten ging es im sogenannten Automatismus um das freie Assoziieren und den Ausdruck des Unbewussten.

Harmonische Platzierungen im Horoskop

Interessant ist, dass – wie als Gegenimpuls zu so viel Spannung im Radix – Venus, Jupiter und Pluto überaus harmonisch platziert sind.

Seine Muse und Ehefrau Gala, deren Mars gradgenau eine Konjunktion zu seiner Venus bildet, ist zehn Jahre älter. Sie kümmert sich mütterlich um ihn. „Mein kleiner Junge! Niemals werden wir uns verlassen“, soll sie zu ihm gesagt haben. Venus Sextil Neptun in Trigon zu Uranus ‚mildert‘ die schwierig gestellten Kräfte sozusagen ab. Sie gibt ihnen in Ausdruck und Bedeutung. Nach den 1940er Jahren verbreitet Salvador Dalí sein Wirkungsspektrum. Nun ist er auch in Fotografie, Film (Hitchcock), Werbung (Parfüm) erfolgreich. Jupiter in 10 bildet Sextile zu Saturn und Uranus und schafft öffentlichen Erfolg.